Motivation

Was uns am sportlichen Schiessen fasziniert

Warum Schiessen mehr ist als das Drücken eines Abzugs

Wenngleich jeder Schütze seine persönliche Motivation am sportlichen Pistolenschiessen hat, gibt es viele allgemeine Aspekte am Schiessen welche uns alle faszinieren und begeistern. Die Kunst des Schiessens, oder vielmehr des Treffens, zu erlernen ist ein langer und herausfordernder Prozess. Während der Einstieg auch ohne Vorkenntnisse schnell gelingt und sich rasch erste Erfolge abzeichnen, können bis zum Niveau eines Olympioniken schnell mal 10 Jahre ins Land gehen. Ein Abzug wird gedrückt, ein Knall ertönt und die Kugel fliegt Richtung Zielscheibe. Was so simpel tönt, ist in Wahrheit nur der Höhepunkt einer komplexen Abfolge von Prozessen, welche damit noch nicht zu Ende ist. Die Grundhaltung, die Atmung, der innere und äussere Anschlag, das Koordinieren von dutzenden von Muskelgruppen, das Nachhalten, das Absetzen und die anschliessende Entspannung – all diese Vorgänge gehören zum sportlichen Schiessen dazu und können nur durch langes, hartes Training und Geduld zur Perfektion geführt werden.

Sportschiessen ist meditativ

Je besser wir unseren Körper und sein Verhalten kennen, desto besser gelingt es uns, ihn zu kontrollieren.
Eine Stunde intensives Schiesstraining ist körperlich und mental anstrengend. Durch den Gebrauch von Muskelgruppen, welche im Alltag kaum benutzt werden und durch die stetige hohe Konzentration und Anspannung, die Sportschiessen erfordert, ermüden wir. Dies wiederum hat einen erholsamen und befriedigenden Charakter und lässt den ganzen Körper entspannen. Sportschiessen ist aber zu 70% eine mentale Angelegenheit. Vor jeder Schussabgabe müssen wir Körper und Geist in Einklang bringen. Wir müssen uns einerseits so fest wie möglich entspannen um die innere Ruhe zu suchen und gleichzeitig bei maximaler Konzentration und Anspannung unsere erlernten Abläufe durchgehen. Unser grösster Wiederstand findet dabei immer im eigenen Kopf statt. Der Kopf ist ungeduldig, er lässt uns schnell überheblich werden wenn wir erfolgreich ein paar gute Treffer absolviert haben oder redet auf uns ein, dass jede gute Serie irgendwann reisst. Im Umgang damit helfen uns Rituale und Gedankenstützen genauso wie Theorie - und natürlich nicht zuletzt die eigene Erfahrung. Je besser wir unseren Körper und sein Verhalten kennen, desto besser gelingt es uns, ihn zu kontrollieren. Durch die stetige Fokussierung der Gedanken auf die erlernten Abläufe bekommen wir den Kopf frei und die Probleme des Alltags, die eben noch unsere Gedanken auf sich zogen, sind plötzlich zur Nebensächlichkeit geworden. Daneben werden wir beim Schiessen immer wieder mit der Genugtuung beim Erzielen von guten Treffern und gelungenen Serien belohnt. Das Erfolgserlebnis einer egalisierten persönlichen Bestleistung ist unbeschreiblich schön, zeigt es doch sowohl den Trainingsfortschritt, als auch die erfolgreiche Umsetzung des Erlernten. Auf der anderen Seite gehört es aber auch dazu, mit der eigenen Nervosität zu kämpfen, Fehler in den Abläufen zu suchen und auch mal ein schlechtes Resultat verarbeiten zu können.

Sportschiessen ist für jedermann

Der Einstieg ins Sportschiessen ist leicht und kann ohne Vorkenntnisse und ohne grossen finanziellen Aufwand erfolgen. Wie kaum eine andere Sportart lässt sich Sportschiessen ab jungen Jahren bis ins hohe Alter hin, egal ob als Mann oder Frau, ausüben, ohne dass körperliche Vor- oder Nachteile eine Rolle spielen. Und gerade auch für Menschen mit einer körperlichen Behinderung ist Sportschiessen interessant. Den Umgang mit einer Sportpistole zu erlernen, erfordert viel Verantwortungsbewusstsein und Disziplin, während die zum Schiessen notwendigen Abläufe zu verinnerlichen viel Geduld und Ehrgeiz erfordern. All diese Eigenschaften begünstigen vor allem bei jungen Menschen eine positive Persönlichkeitsentwicklung und führen zu einer verbesserten Leistungsbereitschaft und einer höheren Konzentrationsfähigkeit.